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Emsburg

Gebaut:

Leistungen: Konzept

Beschreibung:

Der Bunker an der Emsstraße, von uns Emsburg genannt, diente nach dem Krieg zunächst als Lager und Asservatenkammer des Hauptzollamts. Seit vielen Jahren steht er nun leer und soll neu genutzt werden. Unser Konzept sieht vor, ihn zu einer behaglichen Burg zu machen. Einen Bunker für Wohnungen zu nutzen, ist meist mit sehr großem Aufwand verbunden, doch in der Emsburg wurden bereits nach dem zweiten Weltkrieg große Öffnungen in die Außenwände gesprengt. Die dabei entstandenen Schnittkanten werden auch in Zukunft sichtbar sein und auf diese Weise einen Bezug zur Geschichte des Hauses schaffen. Die Öffnungen sind für große Fensterbänder nutzbar. Schräg verlaufende Laibungen lassen das Licht herein. Die tiefstehende Sonne morgens und abends belichtet die Räume des nach Osten und Westen ausgerichteten Gebäudes bis zu den rückwärtigen Wänden.

Gegensätze
Mit den Anbauten aus modernen Materialien wird ein bewusster Kontrast gesetzt. Vorhangfassaden treffen auf rohen Beton, weiche auf harte Materialien. Gerade die Gegensätzlichkeit hebt die Materialien hervor. Zugleich nehmen die Anbauten dem Massivbau optisch seine Schwere. Diese Schwere wiederum ist für die Innenräume von entscheidender Bedeutung. Das Material nimmt Wärme auf und gibt sie ähnlich einem Kachelofen langsam wieder an die Umgebung ab. So entsteht ein angenehmes Raumklima: Im Sommer kühl, im Winter warm. Neben dem Schutz vor der Witterung spielt der Wunsch nach Ruhe eine große Rolle bei der Wohnungswahl. Durch dicke Außenwände und moderne Fenster dringen die Geräusche der Außenwelt nur sehr gedämpft in den Innenraum.

Historie
1942, in der Mitte des zweiten Weltkriegs, als die meisten Bunker in Deutschland errichtet wurden, entstand auch der von Edmund Scharf geplante, viergeschossige an der Emsstraße. Er bot auf 830 qm Platz für bis zu 1.300 Personen in kleinen Einheiten von 6-Bett-Zellen. Mit fast 60 Meter langer geschlossener Fassade zur Emsstraße und den Eingängen an den Stirnseiten zur Weser- und Elbestraße, schließt er einen kompletten Wohnblock. Die große Materialmenge zum Bau der zwei Meter dicken Außenwände und der 2,20 m starken Stahlbetondecke wurde per Schiff angeliefert und mit einer Lorenbahn vom nahegelegenen Kanal zum Baugrundstück gebracht.
Die umgebenden Häuser stammen größtenteils aus dem Jahr 1913 und wurden für die Straßenbahner und ihre Familien von der Stadt Münster gebaut. Wegen der blitzförmigen Abzeichen auf den Uniformen der Straßenbahner nannten man die Siedlung auch „Blitzdorf“.
Vis-a-vis zum Bunker stand auch damals schon ein langgestrecktes, zweigeschossiges Wohngebäude, sodass der Bunker weniger wie ein Fremdkörper anmutete als in anderen Stadtteilen.

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